Die erste Bikepacking Tour 2020! Endlich – Fuck you Corona!

Dieses Jahr ist alles anders, als wir uns das alle vorgestellt haben. Wir haben Corona! Dieser kleine miese Virus hat uns ganz schön im Griff und zu bisher nie dagewesenen Maßnahmen geführt. Aber jetzt endlich kann es losgehen.

Ich war mit Mila unterwegs. Ein Freund, den ich seit dem Kindergarten kenne – und völliger Bikepacking Neuling. Ich habe ihm mein Decathlon Zelt ausgeliehen, damit er ein Dach über dem Kopf für die Nacht hat. Ich selbst bin mit meinem neuen Biwaksack der holländischen Spezialkräfte unterwegs. Eine Tour der Jubiläen also.

Start war hier in Jettingen und dann erstmal den bekannten Weg nach Horb genommen. Auf dem Weg dahin kam dann auch der erste Anstieg, auf dem ich meine am Abend davor verbaute neue 11-40 Kassette testen konnte – und Mila durfte kennenlernen, dass Anstiege mit Gepäck nochmal anstrengender sind als ohne. Wir kamen beide gut oben an 🙂

In Horb sind wir dann auf dem Neckarradweg „bergauf“ Richtung Sulz am Neckar geradelt und haben Ausschau nach einem Plätzchen für eine Übernachtung gehalten.

Bikepacking und Radreisen am Neckarradweg
Pause beim Bikepacking am Neckarradweg
Verpflegung beim Bikepacking

Da ich mit Mila vereinbarte hatte, dass 50 km pro Tag die Distanz ist, die er sich zutraut, zu fahren haben wir in Oberndorf am Neckar unsere flüssige Verpflegung für die bevorstehende Nacht eingekauft. Ich nenne es inzwischen ganz gerne „Siegerbier“ wobei das bei mir immer alkoholfrei ausfällt und somit halb geflunkert ist.

Um ca. 18:00 Uhr haben wir unseren Übernachtungsplatz gefunden – aus Gründen 🙂 aber mit dem Aufbau noch ein wenig bis zur Dämmerung gewartet.

Die Zeit bis dahin wurde mit dem oben erwähnten Siegerbierchen und Kaffee überbrückt. Wir waren knapp 52 Kilometer unterwegs und haben dabei 400 Höhenmeter gemacht – ja, bei uns ist es eben doch hügelig.

Zum Abendessen gab es standesgemäß Fertignudeln vegetarisch für den Mila und für mich Uncle Bens Fertigreis Chili con Carne.

Mit der Dämmerung haben wir das Zelt für Mila aufgebaut und für mich den Biwisack – wobei es bei dem nicht viel aufzubauen gibt, außer einem kleinen Bogen.

Den Abend haben wir gemütlich ausklingen lassen und sind ca. 22 Uhr in die Schlafsäcke gekrochen.

Zelt und Biwacksack beim Bikepacking
Abendrot beim Bikepacking
Abendhimmel beim Bikepacking
Kaffee beim Bikepacking

Die Nacht war durchwachsen. Erst konnte ich nicht einschlafen, dann hat ein Hund gekläfft… Mila ging es genauso. Um 5:30 Uhr habe ich den Reisverschluss des Biwisacks geöffnet und habe mal die Nase rausgestreckt. Mila war auch schon wach.

Trotz Ende Mai war es frisch in der Nacht, aber alles noch im deutlich erträglichen Bereich. Wie üblich bei solchen Overnightern haben wir erstmal alles abgebaut. Da muss der Kaffee eben warten. Den gabs aber anschließend und dafür in Ruhe und ganz gemütlich.

Zum Essen hatten wir für das Frühstück nichts dabei. Der Plan war unterwegs bei einem Bäcker anzuhalten und dort etwas zu holen. Unser Gepäck haben wir wieder auf den Rädern verstaut und sind losgeradelt.

Was wäre auch so eine Tour ohne einen Navifail (okay, ganz vielleicht hat sich auch ein kleiner Fehler bei der Planung eingeschlichen)? Wir mussten etwas umplanen, da uns das Navi durch eine Schlucht schicken wollte, durch die ich mit meiner Frau und meiner Tochter vor wenigen Wochen gewandert bin.

Und da möchte man mit einem bepackten Fahrrad einfach nicht durchfahren (schieben). Durch den Umweg, den wir nun nehmen mussten, galt es gleich auf den ersten Metern unserer Heimreise ordentlich Höhenmeter zu machen.

Pause beim Bikepacking
Bikepacking schöne Aussicht

Endlich oben angekommen habe ich ein leichtes eiern meiner linken Kurbel vernommen.

Leider ist das nicht besser geworden, sondern eher schlechter. Und leider waren auch nicht lockere Innensechskantschrauben schuld, sondern die sternförmige Schraube, die die Kurbel am Lager verschraubt, hat sich gelöst. Somit mussten wir die Tour leider abbrechen und uns von meiner Frau abholen lassen.

Schade – aber wir machen das bestimmt nochmal!