Planen einer Radreise

Ohne einen Plan kann ich nicht auf Bikepackingtour gehen – auch wenn ich es gerne manchmal würde. Ich brauche einfach die Sicherheit zu wissen, dass am Ende des Tages ein Campingplatz und eine Dusche auf mich wartet.

Wildcampen ist in Deutschland leider verboten. Jäger, Förster und auch einige Spaziergänger sind bei diesem Thema inzwischen auch (zurecht) spaßbefreit. So kommen für mich nur Campingplätze oder ausgewiesene Übernachtungsplätze zum Zelten in Frage.

Planen einer Radreise und Gravelbike-Tour

Vorüberlegungen zu Planung

Mein Leistungsvermögen kenne ich inzwischen sehr gut. Deshalb orientiere ich mich immer an folgenden Punkten bei der Planung:

  • Tageskilometer:
    Abhängig von den Höhenmetern fahre ich pro Tag auf einer Radreise bis zu 150 Kilometer.
    Bei der ersten Grobplanung berücksichtige ich von Schlafplatz zu Schlafplatz +/- 100 Kilometer Tagesstrecke.
  • Höhenmeter:
    Höhenmeter sind die kleinen miesen Tierchen, die einen schwitzen lassen – aber sie machen auch Spaß.
    Je mehr davon auf einer geplanten Tagesstrecke liegen, desto weniger Strecke plane ich ein.
  • Straßenbelag:
    Ein sehr wichtiger Punkt bei der Planung, der oft vergessen wird. Ich fahre ein Gravelbike, d.h. ich bin auch immer wieder auf Schotter oder unbefestigten Wegen unterwegs – und da rollte es sich einfach nicht so schnell, wie auf Asphalt.
  • Reisegeschwindigkeit:
    Meine Durchschnittsgeschwindigkeit mit Gepäck liegt bei ca. 22 Km/h bei einer Strecke von 100 Km und 600 Höhenmeter. Diesen Wert nehme ich als Grundlage um zu prüfen, ob ich das Ziel überhaupt innerhalb der Rezeptionszeiten erreichen kann.
  • Reisetag:
    Oft unterschätzt ist der Reisetag. Nehmt mal euer Fahrrad, bei 25 Grad und Sonnenscheinn und radelt am Wochenende auf einem gut ausgebauten Radweg – ihr werdet ganz schnell verstehen, was ich meine. Wir nennen das Rentnerschubsen :).

Software zur Planung

Zur eigentlich Planung der Strecke benutze ich komoot. Dafür habe ich mich entschieden, da ich diese Software unabhängig von der Plattform benutzen kann, auf der ich die Radreise planen möchte.

Zusätzlich verfügt komoot über eine integrierte Navigationsfunktion in der Smartphone App und die gängigen Hersteller für Radnavigation haben eine Schnittstelle zu komoot integriert.

Für eine Radreise und Bikepacking-Tour gibt es die plattformunabhängige Software komoot

Jetzt gehts los mit der Planung

Nachdem ich nun weis, wohin ich möchte gebe ich bei komoot zunächst meinen Startpunkt an. Anschließend suche ich einen Campingplatz, der sich für das Tagesziel eignet und lasse die Route für meine Bikepacking-Tour planen:

Bikepacking Auswahl des Startpunktes bei komoot

Als ersten Schritt gebe ich die Startadresse ein. Praktischerweise kann man diese bei komoot über die Funktion „Aktuelle Adresse“ automatisch auswählen lassen.

Auswahl des Zielpunktes beim Bikepacking in komoot

Für die Zieladresse in das Feld klicken. Danach Campingplatz auswählen. Nun werden alle Campingplätze auf der Karte angezeigt. 

Auswahl eines Campingplatzes für die Radreise über die Karte

Auf der Karte wähle ich nun einen der angezeigten Campingplätze aus und klicke darauf. Mit einem Klick auf den Button „Als Ziel“ wird er als Ziel festgelegt. 

Auswahl Fahrrad mit Schotter bei der Bikepacking Tour

Jetzt wird auch schon die Route gezeichnet. Über das kleine Dreieck unter dem Fahrradsymbol wähle ich zusätzlich noch „Fahrrad mit Schotter“ aus.

Reisedaten einer Bikepacking Tour mit komoot

Jetzt erhalte ich alle Daten der Tour: Geschätzte Fahrzeit, Gesamtkilometer, Höhenmeter Anstieg und Abstieg. Ebenfalls angezeigt werden die Straßenbeläge und wie viele Kilometer diese auf der Gesamtstrecke betragen.

Darstellung der Route für die Radreise auf der Karte

Die geplante Route wird auf der Karte eingezeichnet und kann geprüft werden. Das wars, die Route ist im Großen und Ganzen geplant.

Letzte Anpassungen und abspeichern

Nachdem die Route geplant ist, schaue ich mit diese nochmal an und plane an der einen oder anderen Stelle etwas um. Das geht ganz einfach: Auf die Route klicken und die „Straße“ mit gehaltener Maustaste ziehen und verschieben.

Habe ich das alles erledigt, wähle ich im Fenster oben rechts „Tour speichern“ und vergebe einen Namen für die Tour, so dass ich sie später auch wieder leicht finden kann.

Komoot bietet nun eine Vielzahl an Möglichkeiten, was ich mit der Tour machen kann. Wenn ich mit anderen Bikepackern unterwegs bin, teile ich die Tour mit Ihnen über die Auswahl.

Auswahl bei der Radreise nach dem Speichern in Komoot

Bikepacking-Tour über mehrere Tage

Egal, ob ich nur eine Nacht unterwegs bin oder eine Woche – die Planung ist immer gleich. Für jeden Tag lege ich eine eigene Route fest und speichere mir diese entsprechend in komoot ab. Zur besseren Orientierung schreibe ich mir dazu den Reisetag in den Dateinamen: Tag 1 – Jettingen -> Wildbad. Mit diesem kleinen Trick geht es ganz schnell, die richtige Tour zu finden.

 

Route auf das Navi übertragen

Da ich mich für das Sigma Rox12 bei der Auswahl (hier gehts zum Post) meines Radreise-Navis entschieden habe ist das Übertragen der Route sehr leicht. Ich melde mich im Sigma Rox12 bei komoot mit meinen Benutzerdaten an und lade mir per WLAN die Route direkt auf das Navi – das wars dann auch schon.

Fertige Touren bei komoot

Eine große Hilfe bei der Planung einer Radreise bietet die komoot-Community. Viele Benutzer stellen Ihre geplanten Routen öffentlich zur Verfügung. So sind z. B. meines Wissens nach alle Flussradwege bereits in komoot vorhanden und müssen nicht neu geplant werden. Ihr findet die fertigen Touren ganz einfach über die Suchfunktion. Ein paar kleine Anpassungen an der Route und schon kann es zum Bikepacking losgehen.