6-Tage Radreise Schwarzwald, Neckar, Donau, Brenz und Schwäbische Alb

 

Tag 1:
Jettingen durch den Schwarzwald und am Neckar entlang nach Donaueschingen

Eigentlich war der Plan als Familie gemeinsam unsere erste Radreise zu unternehmen und 4 Tage auf dem Neckarradweg unterwegs zu sein. Leider hatte unsere Tochter so gar keine Lust und mangels Alternativen bin ich allein losgezogen.

Meinen ursprünglichen Plan, von Binau am Nackar, wo wir mit dem Wohnwagen waren direkt weiter nach Mannheim und dann den Rhein nach Norden zu fahren musste ich wegen den zu erwartenden Temperaturen von 37 Grad auch verwerfen – das ist einfach zu heiß und zu viel Sonne.

Frustriert, dass schon die dritte Tour dieses Jahr nicht klappen soll, saß ich so auf unserer Terrasse und völlig überraschend sollten die Temperaturen südlich von uns nicht ganz so hoch werden. Eine passende Tour war dann auch schnell zusammengestellt und da die Taschen bereits gepackt waren konnte es auch schon losgehen.

Erst den bekannten Weg nach Horb am Neckar durch den Schwarzwald und dann dem Neckarradweg folgend bis zur Quelle in Villingen Schwennigen. Es ging schön und schattig durch den Wald und so waren die Temperaturen erstmal kein Problem.

Vor Rottweil verlässt man dann den Neckar und macht ordentlich Höhenmeter. Ich hatte das bei der Planung zwar gesehen, aber wie immer gekonnt ignoriert. Ein Verpflegungsort mit der rettenden Cola war auch nicht zu finden und so wurde ich erst in Schwennigen an einer Tankstelle mit frischen Kohlenhydraten versorgt.

Nächster Halt war die Neckarquelle. Was soll ich sagen… Ein Stein und ein Loch, aus dem Wasser kommt – ich stelle mir das immer alles spektakulärer vor. Noch schnell ein paar nette Fotos geschossen und die letzten 25 Kilometer bis nach Donaueschingen unter die Räder genommen.

Bikepacking am Neckarradweg zur Neckarquelle
Radreise auf dem Neckarradweg zu Neckarquelle

Die letzten Kilometer durfte ich leider in der prallen Sonne fahren, nicht schön bei 32 Grad. Am Campingplatz angekommen wurde ich an der Rezeption nach meiner Reservierung gefragt – Radreisende reservieren seit neuestem auf Campingplätzen? Nach ein wenig hin und her konnte ich dann aber mein Zelt auf der Zeltwiese aufbauen und den ersten Abend genießen.

Tag 2:
Donaueschingen entlang der Donau nach Sigmaringen

Gestern Abend durfte ich Chris kennenlernen. Netter Radler, der sich sehr in der Flüchtlingshilfe engagiert und auch sonst gute Ansichten vertritt – und ebenfalls mit dem Gravelbike auf Bikepacking-Tour entlang der Donau unterwegs ist. „Neidisch“ habe ich ihm zugeschaut, wie er sich seinen Kaffee mit der Aeropress* bereitet hat – muss ich haben!

Heute Morgen haben wir beschlossen, dass wir gemeinsam fahren und ich meine geplante Tour etwas anpasse, da er in Sigmaringen Freunde besuchen wollte heute Abend. Gegen 10 Uhr ging es dann los und die ersten Meter an der Donau entlang. Landschaftlich wurde es sehr schnell wunderschön und so konnten wir die gemeinsame Fahrt genießen.

Bikepacking am Donauradweg schöne Landschaft
Radreise auf dem Donauradweg Landschaft

Der Donauradweg ist ganz schön hügelig und so haben wir heute einige Höhenmeter gemacht. Wegen einem Gewitter, dass uns gestreift hat, wurde eine kurze Pause eingelegt und der gröbste Regenschauer abgewartet. Der Regen hat eine willkommene Abkühlung gebracht und so haben wir gegen 17 Uhr Sigmaringen erreicht.

Chris ist zu seinen Freunden gefahren und ich habe problemlos einen Platz auf der Zeltwiese bekommen. Schnell noch die Einkaufsmöglichkeit beim nahegelegenen Kaufland genutzt und so war das Abendessen perfekt. Es waren einige Radler auf dem Platz und so saßen wir noch gemütlich zusammen und haben uns unterhalten und den Abend ausklingen lassen.

Tag 3:
Sigmaringen entlang der Donau nach Ulm

Die Nacht war warm, der Zeltnachbar hat ordentlich geschnarcht und ich war sehr froh, dass ich meinen Seidenschlafsack mit eingepackt habe. So war das alles ganz erträglich.

Um 9:30 Uhr habe ich mich wieder mit Chris getroffen und weiter ging unsere Bikepacking-Tour entlang an der Donau. Wie immer, erstmal ordentlich verfahren, um dann aber schnell wieder auf dem richtigen Kurs zu sein.

Landschaftlich war es heute leider nicht mehr so schön – auch Schatten war nicht wirklich vorhanden. Gemeinsam eine Tour zu fahren macht das Ganze einfacher. Man kann sich unterhalten, mal in den Windschatten hängen… – mit Chris passte das perfekt: Gleiche Geschwindigkeit und gleicher Pausenrhythmus – und dasselbe Verständnis, wie man sich auf dem Fahrrad verhält und fährt.

Das heutige Ziel war Ulm und damit verbunden eine Übernachtung bei Ajo und Peter. Chris haben die beiden, freundlich und offen wie sie sind einfach gleich mit aufgenommen und so sind wir ca. 17 Uhr dort eingefallen.

Erstmal gab es Kaffee, eine Dusche und wir konnten auch noch unsere Wäsche waschen und trocknen. Zum Abendessen sind wir in einen Biergarten an der Donau gefahren und es gab Käsespätzle.

Als Nachtlager lagen 2 Matratzen im Wohnzimmer für uns bereit. Nachdem sämtliche Powerbanks, Handys und Navis mit Strom versorgt waren, ging es dann auch in die Schlafsäcke.

Tag 4:
Ulm entlang der Donau nach Gundelfingen und der Brenz folgend nach Giengen

Nach einer erholsamen Nacht ging es für uns um kurz nach 9 Uhr los. Erst noch das Ulmer Münster besucht und dann wieder direkt die Bikepacking-Tour an der Donau fortgesetzt. Heute gab es Schotterwege und wir kamen zügig voran und Gundelfingen war schnell erreicht.

Hier sollte sich der Weg von Chris und mir trennen. Er wollte an der Donau entlang weiter und ich der Brenz folgend nach Giengen radeln. Das Wetter hat den Abschied noch ein wenig hinausgezögert. Es hat gewittert und so saßen wir 3 Stunden in einer Pizzeria und haben geschlemmt wie die Könige.

Dann war doch die Zeit für den Abschied gekommen. Wir werden aber sicher nochmal zusammen fahren, zumal wir auch nicht weit voneinander entfernt wohnen – Gute Reise Chris!

Im leichten Regen ging es für mich dann an der Brenz entlang nach Giengen – mein Geburtsort. Dort habe ich meine Mama besucht, die sich ordentlich gefreut hat. Übernachtet habe ich im Haus von Ajos Eltern in einem richtigen Bett, wurde Abends lecker vegetarische begrillt und hatte einen schönen Abend mit Ajo und Peter am Feuer.

Bikepacking an der Brenz nach Giengen
Radreise an der Brenz nach Giengen

Tag 5:
Von Giengen auf die Schwäbische Alb nach Münsingen

Ich habe super geschlafen! Nach einem gemütlichen Frühstück mit Ajo habe ich meine Sachen zusammengepackt und mich auf den Weg gemacht. Von Giengen aus ging es durch das landschaftlich wunderschöne Lonetal über Langenau nach Ulm zurück und von dort immer weiter Richtung Münsingen.

Bikepacking durch das Lonetal
Radreise durch das Lonetal

Landschaftlich ist die Schwäbische Alb wunderschön – aber eben auch steil, wenn man nach oben möchte. Ich habe deutlich gemerkt, dass schon einige Kilometer in den Beinen stecken und bin so gemütlich wie eben möglich die Anstiege hochgefahren und habe ausreichend Pausen gemacht.

Der Campingplatz in Münsingen liegt dann auch noch einmal oberhalb, was ein paar extra Höhenmeter für die Statistik einbringt, worauf ich an diesem Tag gerne verzichtet hätte, aber hilft ja nichts.

Da ich den Platz bereits kannte, gab es hier keine großen Überraschungen und ich habe mich an den Aufbaue meines Zeltes für die letzte Nacht auf dieser Tour gemacht. Da es, sobald die Sonne weg war recht frisch wurde, habe ich den Abend im Zelt und im Schlafsack verbracht und bin dann auch recht früh gegen 22 Uhr eingeschlafen.

Tag 6:
Von Münsingen zurück nach Jettingen

Wer früh ins Bett geht, der wacht früh auf – zumindest ist das bei mir so. Ich war früh wach, draußen war es frisch und der Schlafsack wollte mich erst nicht so recht loslassen.

Schließlich habe ich dann doch den Weg nach draußen gefunden und wurde mit einer tollen Landschaft belohnt. Leichter Nebel in den Tälern, blauer Himmel und die wärmende Sonne, so ließ sich das aushalten.

Bikepacking auf der Schwäbischen Alb
Radreise auf der Schwäbischen Alb

Gegen 9 Uhr bin ich Richtung Heimat gestartet. Ich kam gut voran und kannte die Strecke bereits von einer meiner früheren Touren – nur eben aus der anderen Richtung.

Die Alb runterfahren ist, zumindest aus Sicht der körperlichen Anstrengung, deutlich angenehmer als sie zu erklimmen. Ich habe mir unterwegs Zeit gelassen und Pausen eingelegt, um nochmal ein paar Eindrücke der Tour auf mich wirken zu lassen und die Natur zu genießen.

Bikepacking auf der Schwäbischen Alb Aussicht
Radreise auf der Schwäbischen Alb Aussicht

Reutlingen war schnell durchquert und die Bikepacking-Tour führte mich weiter nach Tübingen, wo ich einen Kaffee und Kuchen Stop eingelegt habe. Von Tübingen ging es dann die letzten Kilometer auf der inzwischen mir bestens bekannten Strecke nach Hause.

Ich hatte 6 tolle Tage auf meiner Tour erlebt, tolle Menschen kennengelernt und viel schöne Landschaften und Tour erleben dürfen und so freue ich mich schon jetzt auf die nächste Tour.

Bis bald!

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